loader-logo

Künstliche Intelligenz: Oft vorschnell abgestempelt

In diesem Blogbeitrag müssen wir uns mal ein bisschen Luft machen: Sie haben den Hype um die neue Künstliche Intelligenz ChatGPT bestimmt mitbekommen. Das Tool wurde in den sozialen  Medien, Blogs und verschiedenen Newsportalen in Nullkommanix zum Tagesgespräch. Mindestens genauso schnell traten Kritiker*innen auf den Plan, die die Software, mit der sich automatisch Texte erstellen lassen, in Bausch und Bogen redeten. So ist das leider oft, wenn es um neue Tools aus der KI-Ecke geht. Sie werden schnell abgestempelt. Meist zu Unrecht. Warum? Das erfahren Sie in diesem Artikel am Beispiel von ChatGPT.

Was ist ChatGPT?

Um Sie nochmal ganz von vorne abzuholen: ChatGPT ist ein Chatbot, der vollautomatisch Texte erstellt. Die Bedienung der Software ist denkbar einfach: Sie tragen eine Frage in ein dafür vorgesehenes Feld ein. Ein Klick auf „Enter“. Dann dauert es nur ein paar Sekunden und die Antwort liegt fein säuberlich ausformuliert vor.

Sie können die fertigen Texte verwenden, wie Sie wollen. Für Marketingtexte, für Aufsätze, für Präsentationen und, und, und. Das Erstaunliche an ChatGPT: Der Chatbot erstellt Ihnen in vielen Fällen Vorlagen, die entweder gar nicht oder kaum von Inhalten zu unterscheiden sind, die aus der Feder eines Menschen stammen. Entsprechend groß war die Euphorie, als das Tool gelauncht wurde. Die ersten Anwender*innen überschlugen sich vor Lob ob der Präzision und Qualität der Texte, die die KI generierte. Doch das Hoch sollte nicht lange währen…

Der schnelle Fall von ChatGPT

Kaum ein paar Tage später geisterten schon die ersten Negativmeldungen durchs Netz. Eine kam von dem KI-Experten Gary Marcus, der beklagte, dass sich das Tool „in einem Moment brillant und im nächsten atemberaubend dumm“ äußere. Dieses Zitat schaffte es sogar in einen Wikipedia-Eintrag.

Da wir selbst Entwickler einer KI sind, verfolgen wir solche Diskussionen immer sehr interessiert und zugleich kritisch. Für uns sind sie eine Art Wasserstandspegelmesser:

  •       Inwieweit ist die Akzeptanz gegenüber Künstlichen Intelligenzen gestiegen?
  •       Erkennen Anwender*innen die Anwendungsfelder und die Grenzen einer KI?  

Die Lehre aus der öffentlichen Debatte rund um das neue Tool: Die Gesellschaft muss noch viel über das Thema Künstliche Intelligenz lernen.

Anwender*innen sollten sich intensiv mit den Möglichkeiten einer KI auseinandersetzen

Wir verstehen den ganzen Aufruhr nämlich ganz und gar nicht. Wer sich ein bisschen mit der Thematik auseinandergesetzt hat, weiß: ChatGPT ist noch kein fertiges Tool, sondern befindet sich in der Beta-Testphase. Für alle Nicht-Nerds: Das ist der Test eines Tools unter möglichst realen Bedingungen. So lassen sich Kinderkrankheiten einer Software am leichtesten erkennen und ausmerzen: Benutzer*innrn geben Feedback und die Entwickler*innen optimieren ihr Tool daraufhin.

Im Falle von ChatGPT entschloss sich das Herstellerunternehmen OpenAI zu einem außergewöhnlich groß angelegten Betatest. Es schaltete das Tool für jedermann frei, um auf diese Weise möglichst viele Rückmeldungen zu erhalten:

  •       Was kann das Tool schon?
  •       Was kann es noch nicht?

Dass das Netz innerhalb kürzester Zeit nur noch ein Thema kennen würde und den Chatbot so intensiv testen würde, dass dieser zwischenzeitlich vollkommen überlastet sein würde – damit hat wohl keiner gerechnet. Und auch nicht mit der breiten Meinungsvielfalt, die sich daraufhin bilden würde.

Kritik an ChatGPT oft nicht gerechtfertigt

Was uns vor allem an der doch recht schnell geäußerten und oft sehr herben Kritik stört, die binnen Tagen über das Entwicklungs-Team hereinbrach: Oft fehlte das Hintergrundwissen. Um eine KI bestmöglich zu nutzen, muss man zunächst begreifen, wofür sie designt wurde. Wenn man sie außerhalb des ihr zugedachten Anwendungsrahmens benutzt, können die Ergebnisse, die sie liefert, nur Murks sein. Soweit, so logisch. Doch genau diese Anwendungsfehler wurden bei ChatGPT reihenweise gemacht.

Wer das Tool zum Beispiel anwendet, um brandaktuelle Sachverhalte zu recherchieren, wird keine optimalen Ergebnisse erhalten. Denn dafür ist das Tool nicht ausgelegt. ChatGPT ist ein großer Sprach-Transformer, der auf der Basis von Deep-Learning-Technologien und maschinellem Lernen trainiert wurde. Dazu wurde eine große Menge von Texten aus verschiedenen Quellen, wie zum Beispiel Büchern, Artikeln und Webseiten gesammelt, mit der der Bot in einem komplexen Prozess gefüttert wurde.

Das sind die Anwendungsfelder von ChatGPT

Danach wurde er trainiert, aus diesen Daten Informationen so zusammenzustellen, dass er Userfragen zu den verschiedensten Themen beantworten kann – aus Wissenschaft, Geschichte, Kultur, Unterhaltung und vielem mehr. Allerdings: Der Bot greift nur auf Daten bis zu einem bestimmten Jahr zurück. Das muss man wissen. Dann erwartet man bei den Rechercheaufgaben, die man ihm gibt, auch nicht zu viel.

Was sich viele Erstanwender*innen von ChatGPT nicht bewusstgemacht haben: Den Entwickler*innen geht es nicht darum, eine Alternative zu Suchmaschinen wie Google zu programmieren, die topaktuelle Inhalte liefert. Es geht darum, einen Chatbot zu entwickeln, der mit einem Menschen eine sehr natürliche Unterhaltung führen kann. Und das kann das Tool. Einsetzbar ist ChatGPT damit zum Beispiel problemlos im Kundenservice. Der Chatbot kann Kundenfragen in der gleichen Qualität wie ein Mensch beantworten. Dafür braucht er kein aktuelles Wissen. Und das ist ein Meilenstein gegenüber dem, was bisherige Chatbots können.

Die Ergebnisse einer KI immer an den richtigen Erwartungen messen

Sie sehen: Wenn Sie als Anwender*in mit den falschen Erwartungen an eine KI herangehen, erhalten Sie falsche Ergebnisse. Die Resultate einer Künstlichen Intelligenz müssen also immer an dem gemessen werden, wofür diese gebaut wurde. Oft geschieht das leider nicht. Und im Endeffekt werden KI-Anwendungen vorschnell abgeschrieben, obwohl diese ihren Job eigentlich sehr gut erledigen.

Die KI, die wir entwickeln, unterstützt Unternehmen zum Beispiel beim Active Sourcing. Und das kann sie sehr gut. Aber genauso wie ChatGPT ist sie nur dann wirklich in ihrem Element, wenn Sie richtig angewendet wird. Das muss in den Köpfen der Anwender*innen ankommen. Was wir daher in der Diskussion um die Sinnhaftigkeit von Künstlichen Intelligenzen dringend brauchen, ist die Selbsteinsicht von Usern, sich vor der Nutzung intensiv mit einem Tool vertraut machen zu müssen. Dann erfüllt es seinen Zweck. Und während ChatGPT Ihre Kunden perfekt berät, liefert Ihnen unsere KI passende Talente auf dem Silbertablett.

Sie wollen mehr erfahren? Wir beraten Sie gerne!


Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert